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Zur Geschichte der akademischen Diplom-Dentalhygienikerin

Die Geschichte der professionellen Zahnreinigung reicht über 4.000 Jahre zurück. Bereits in altägyptischen Überlieferungen werden Zahnhölzer zur Zahnreinigung erwähnt, die bis heute in vielen Naturvölkern verwendet werden. Im 17. Jahrhundert verbreitete sich die Naturzahnbürste zunächst in Europa und später in den USA.
Ab 1819 beschäftigten sich einzelne Zahnärzte in den USA mit der Prävention akuter Zahnerkrankungen durch spezielle Methoden der Zahnreinigung. Im Jahr 1913 gelang es in Bridgeport (USA), einen neuen Beruf sowie einen vollschulischen Studiengang – den der Diplom Dentalhygienikerin – zu etablieren.
Über viele Jahre waren die USA, gefolgt von Norwegen (ab 1924), Wegbereiter neuer Entwicklungen auf diesem Gebiet. Heute ist die lizenzierte Diplom Dentalhygienikerin in zahlreichen Ländern als anerkanntes Berufsbild etabliert (siehe IFDH). In den Niederlanden, Schweden, Finnland, Norwegen, Dänemark, der Schweiz, in drei US-Bundesstaaten sowie in zwei kanadischen Provinzen besteht zudem die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung.
In den USA existieren inzwischen rund 332 Studiengänge im Bereich Dental Hygiene. Das Studium erfolgt ausschließlich an Colleges oder Universitäten und stellt hohe fachliche sowie persönliche Anforderungen an die Studierenden. Aufbauend auf dem Bachelorstudium können weiterführende Masterstudiengänge absolviert werden.
Im Jahr 2001 promovierte erstmals in Europa eine schwedische Diplom Dentalhygienikerin im Fach Dental Hygiene. Heute gibt es promovierte Dental Hygienikerinnen unter anderem in Australien, Kanada, den Niederlanden, Schweden und den USA.
In den vergangenen Jahren haben sich in den genannten Ländern überwiegend dreijährige vollschulische Studiengänge etabliert. Weltweit gibt es heute weit über 360.000 Dental Hygienikerinnen, davon rund 120.000 in den USA und etwa 16.000 in Kanada.
Deutschland verfügt bislang weder über einen international vergleichbaren Studienstandard noch über eine entsprechende staatliche Anerkennung bzw. Zertifizierung des Berufsbildes.
Dennoch gründeten im Jahr 1989 sieben Diplom Dental Hygienikerinnen den Deutschen Diplom Dental Hygienikerinnen Verband e. V. (DDHV). Initiatoren waren Rechtsanwalt Thomas Reisinger (†) und Beate Gatermann.
Auf Initiative von Beate Gatermann entstanden anschließend das DDHV-Journal sowie das Verbandslogo. Seither werden regelmäßig Fachtagungen durchgeführt. Der DDHV ist der erste eigenständige Verband für Diplom Dental Hygienikerinnen in Deutschland. Er organisiert als einziger kammerunabhängige Tagungen und gibt ein eigenes Fachjournal heraus, das sich auch kritisch mit der fehlenden Anerkennung des Berufsbildes auseinandersetzt.
Darüber hinaus ist der DDHV der einzige deutsche Verband, der sowohl von der International Federation of Dental Hygienists (IFDH) als auch von der European Dental Hygienists Federation (EDHF) offiziell anerkannt ist.

Tätigkeitsbereich der akademischen Dentalhygienikerin

Die staatlich anerkannte „akademische“ Diplom Dental Hygienikerin ist ein zahnmedizinischer Fachberuf. In vielen Ländern ist sie insbesondere in der Prävention und Therapie parodontaler Erkrankungen tätig. Als qualifiziertes Mitglied des zahnmedizinischen Teams steht die Förderung und Erhaltung einer optimalen Mundgesundheit im Mittelpunkt ihres Aufgabenbereichs.
Zu ihren Tätigkeiten und Ausbildungsinhalten gehören insbesondere:
• Erhebung extraoraler Befunde
• Erhebung intraoraler Befunde (z. B. Gingiva-, Taschen- und Abrasionsbefunde)
• Erkennung parodontaler Erkrankungen sowie Kenntnisse der Morphologie
• Kenntnisse der allgemeinen/Oral Pathologie, Zahnerhaltung und ganzheitsmedizinischer Zusammenhänge
• Umfangreiche Befunderhebung (ohne Diagnosestellung)
• Pharmakologische Grundlagen
• Kenntnisse in der Röntgendiagnostik und Fotodokumentation
• Durchführung von Lokalanästhesien nach entsprechender Qualifikation und unter den jeweils geltenden rechtlichen Voraussetzungen
• Supra- und subgingivales Scaling sowie Debridement
• Behandlung überempfindlicher Zahnhälse
• Entfernung störender Faktoren
• Professionelle Mundbehandlung
• Fissurenversiegelung
• Wiederbefestigung von Provisorien
• Ernährungsanamnese und Ernährungsberatung unter Berücksichtigung biochemischer Zusammenhänge
• Individuelle Beratung zu Mundhygienehilfsmitteln
• Motivation und patientenorientierte Kommunikation
• Politur
• Fluoridierung
• Recall-Management

Verbandsarbeit im DDHV

Die Mitarbeit im DDHV erfolgt ehrenamtlich und umfasst unter anderem folgende Aufgaben:
• Vorstandsvorsitz
• Schriftführung
• Kassenführung
• Organisation und Leitung der Fachtagungen gemeinsam mit zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern
• Redaktion und Leitung des DDHV-Journals einschließlich der redaktionellen Schlusskorrektur
• Durchführung von Mitgliederversammlungen zur Entwicklung und Umsetzung berufspolitischer Projekte
• Vermittlung von Kolleginnen über jobs@ddhv.de

Ziele des DDHVs

• Qualitätssicherung durch regelmäßige Fortbildungen und eigene Fachtagungen
• Internationaler Informationsaustausch sowie Orientierung an den Mindeststandards der EFP und international anerkannten Zertifizierungen
• Einführung eines staatlich anerkannten Vollzeitstudiengangs auf internationalem Niveau (Bachelor of Science in Dental Hygiene)
• Berufsrechtliche und staatliche Anerkennung des Berufsbildes in Deutschland einschließlich entsprechender gesetzlicher Regelungen und Kassenzulassung

 

Hinweis

Anfragen ohne vollständige Anschrift können grundsätzlich nicht beantwortet werden. Die Inhalte dieser Website wurden mit dem Ziel erstellt, die wichtigsten Informationen umfassend bereitzustellen und häufige Fragen bereits im Vorfeld zu beantworten.

 

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